Nach zwei Nächten in Vlora machten wir uns morgens um 8 Uhr auf den Weg nach Saranda. Das bedeutete, dass wir auscheckten und uns mit unserem Gepäck an die Straße stellten und warteten… Wir hatten schon Angst, dass wir bis mittags dort stehen, da auch im Hotel niemand genaue Angaben zu den Busabfahrtszeiten machen konnte. Zum Glück kam schon nach einer knappen halben Stunde ein Minibus, der uns zunächst mit nach Himara (ca. 60 km Richtung Süden) nehmen konnte. Die Fahrt ging  über Serpentinen hoch ins Gebirge – deswegen verkehren hier auch nur Minibusse. Ein normaler Bus käme die steilen, schlecht asphaltierten, schmalen Straßen wahrscheinlich gar nicht hoch und wieder runter. Der Ausblick von den hohen Gebirgslandschaften runter auf das Meer war wunderschön und beeindruckend – auf Fotos leider kaum festzuhalten. Zudem schien die Sonne und auch hier lief wieder gute Unterhaltungsmusik – endlich mal albanische… Leider konnten wir uns auch jetzt nicht mit den freundlichen Einheimischen unterhalten, obgleich sie uns auch nur mit ihren Gesten sehr willkommen hießen. Zum Glück gehörte der Satz „Ich verstehe nicht“ neben „Guten Tag!“ ,“Was kostet?“, „Wann?“ „Ja und Nein“ usw. zu unseren paar Brocken albanisch.

In Himara angekommen, warteten wir eine knappe Stunde auf die Weiterfahrt nach Saranda, die wir mit Kaffee, Eistee und Toilette gut überbrückten. Auch hier wurde uns mit Gesten, Händen und Füßen geholfen, sodass wir den „Anschlussbus“ bekamen.

Aussicht auf die Adria wärend der BusfahrtSerpentienen hoch auf den Berg

Kurz vor Saranda geriet unser Bus dann noch in eine Polizeikontrolle. Die vorherigen Kontrollen (ca. alle 30 km) schien der Bufahrer durch Hupen und freundliches Winken zu umgehen. Der Polizist schaute einmal in den kleinen, in Deutschland durch den TÜV ausgemusterten Bus und fragte uns, woher wir kämen. Die zarghafte Antwort „Germany“ beruhigte den Polizisten und er verließ freundlich lächelnd den Bus und ließ uns weiterfahren.

"Bienenfarm" im Olivenhain

In Saranda angekommen

Nach insgesamt fünf Stunden Reisezeit kamen wir in Saranda an. Ein schönes Hotel direkt an der Strandpromenade war schneller gefunden, als gedacht und hier schien die Sonne so warm, dass wir direkt nach dem Eincheckten in das Ionische Meer sprangen. Am Ende des Horizontes blickte man dirket auf die Insel Korfu, die auch mit Katamaran oder Fähre bereist werden könnte. Shorts und T-Shirt konnten wir bis spätabends anlassen – die Temperaturen waren für Anfang Oktober sehr sommerlich und angenehm. Zum Glück haben wir jeder drei Pullis, Regenjacke und lange Hosen mitgeschleppt…

Während eines Streifzuges in die hinteren Gassen von Saranda trafen wir am Meer einen Mann (George), der Oktopusse fing. Zum Glück hat er keinen gefangen – Rike wäre in Ohnmacht gefallen, wenn er den Tintenfisch mit seinem Knüppel getötet hätte. Der Köder war eine Hühnerkralle. Auch mit Sprachbarriere verstanden wir uns prächtig. Er zeigte ständig auf sein Bein und dann eine Acht. Merlin dachte erst, er solle sich eine neue Hose für 8 Lek kaufen. Er erklärte uns zudem sehr anschaulich (mit Hand und Fuß und wild aufgerissenen Augen), wie der Tintenfisch sich die Hühnerkralle schnappen sollte. Leider bleib er erfolglos…

Auf dem Rückweg aßen wir Crepes auf albanisch – jeder konnte selbst entscheiden, wie er gefüllt werden sollte. Thunfisch, Ham, Salami, Käse, Oliven, Mais, Tomaten usw. Köstlich und verfeinert mit einer eiskalten Lemon-Soda aus Italien.

Blick vom Balkon auf das Ionische Meer Saranda Hafen im Sonnenuntergang IMG_8964 Wofür die Ruinen gut sind... George und die Oktopusse