Und los nach

Albanien, Dänemark

Ankunft in Tirana – Albaniens Hauptstadt

Nach der Anreise zum Flughafen Köln/Bonn, die dank technischer Störungen und dem inkompetenten Bahnpersonals außerordentlich nervtötend und anstrengend war (glaube keinen Menschen in blauer Uniform auf dem Bahnsteig!) , ging es mit dem Flieger über Wien nach Tirana. Vor dem Einchecken mussten wir aber noch schnell den charmanten Dackel-Blick üben. Aufgrund der neuen Gepäck-Tarife hatten wir in unserem Flug überhaupt kein Gepäck inklusive – 180 Euro zusammen für unsere stolzen 20 Kilo auf dem Rücken. Dackel-Blick hat zwar nichts genützt, aber hier war das vorherrschende Chaos bei Austrian Airlines unser Freund und Helfer. Wir wurden so durchgewunken, da das Abrechnungssystem genau in diesem Moment nicht funktionierte. Gott sei Dank – sonst wäre schon eine kleine Ebbe in unserer Reisekasse…

Die Landung

Der Blick aus dem Fenster zeigte, dass ein internationaler Flughafen auch sehr klein und übersichtlich sein kann. In Wien sind wir gefühlte 5 und tatsächliche 3 Kilometer von einem Gate zum anderen gehetzt. Im Vergleich zum Tirana Airport wirkt selbst Düsseldorf/ Weeze wie eine überdimensionale Flughafen-Halle. Eine Passagierin hinter uns sagte ganz entzückt zu ihrer Sitznachbarin „Vor ein paar Jahren haben hier auch noch Schafe gestanden, denen man manchmal auf dem Ausrollfeld noch ausweichen musste“. Wirklich entzückend :-)!

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Nachdem wir an der grimmig schauenden Grenzpolizistin vorbei waren (Herzklopfen – Reicht tatsächlich der Perso??), standen wir auch schon dem Empfangskomitee der wartenden Menschen gegenüber. Leider empfing uns keiner mit einem klischeehaften Pappschild „Welcome Rike and Merlin“. Dafür sprach uns aber ein überaus freundlicher Mann an, ob wir nicht ein Taxi bräuchten. Na klar! Das war der Fall, wir waren im Geschäft. Und so fuhren wir in einem Privat-PKW (davor wird ausdrücklich im Reiseführer, den wir während des Flugs noch schnell gelesen haben) gewarnt und erlebten kriegsähnliche Zustände auf den Straßen. Ein Radfahrer kam uns beispielsweise auf der Autobahn in verkehrter Fahrtrichtung entgegegen. Doch der freundlich plaudernde Taxifahrer beherrschte die volle Straße. Sogar dann noch, als er versuchte, unser vorher gebuchtes Hotel in sein altes iPhone einzugeben – er schien nicht zu wissen, wo unser Hotel genau lag. Nach einem Anruf im Hotel, für den er überraschenderweise rechts ran fuhr, ging es hupend weiter. Die Frage, ob wir uns ein Auto leihen wollen, erübrigte sich nach einem Blick in unsere entsetzten und fassungslosen Gesichter. Diese zeigten überdeutlich, dass wir für die albanischen Straßen nicht im geringsten geeignet sind. Der angebliche Taxifahrer dagegen beherrschte die Regel, sich an keine Verkehrsregel zu halten, dagegen nahezu perfekt und brachte uns (nicht sicher aber immerhin) zum richtigen Hotel. Erste Lektion in Albanien: Nicht immer hat der Reiseführer recht! Aber immer öfter als wir, wie sich noch herausstellen wird…

Ankunft im Hotel

Die Ankunft im Hotel ließ dann alle Anspannung der Reise von uns abfallen. Nachdem wir ein sehr schöne Zimmer bezogen haben, ging es erst mal Geld wechseln (wir hatten den Tipp bei Western Union zu wechseln). Unser Kurs war recht gut mit 1€ = 139 Lek.

Wir fanden ein Fastfoodladen, welcher verdächtig an McDonalds erinnerte (zumindest das Logo). Wir bestellten zwei große Menüs für umgerechnet 8€. Wir waren erstmal zufrieden, weil satt.

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Nach einem kleinen Mittagsschlaf ging es dann noch mal raus, sich umschauen. Eine Bar war schneller gefunden als gedacht und so saßen wir schnell in einem mediterranen Biergarten und bestellten albanische Spezialitäten. Der Mut reichte für Paprika mit Ricotta und Käse überbacken und Hühnchen in pikanter Gemüsesoße, serviert in alten Tontöpfen mit geröstetem Brot. Das Nieren-, Herz-, Magengericht war uns für den ersten Abend doch zu krass. Das Essen schmeckte köstlich und auch das Bier war gut und günstig.
Bei dem anschließenden Abendspaziergang zum Gemüse- und Obsthändler fiel ständig der Strom aus. Es wurde dunkler und die Ampeln funktionierten nicht, was die wilde Automeute nur noch zu mehr hupen veranlasste. Komischerweise verursachte der Stromausfall aber nicht noch mehr Chaos. Jeder wusste weiterhin, wie er fahren muss.

Die letzte Lektion des Abends war, dass sich die Albaner in Sachen Eis noch viel bei den Italienern abschauen müssen. Es schmeckte einfach nur süß, aber kalt war es 🙂

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Eckdaten zur Unterkunft:

Name:Living Boutique Hotel
Adresse:Rruga George W. Bush 8, Tiranë, 1001, Albanien
Telefon: +355692199848
Beschreibung:Doppelbettzimer mit geschützem W-Lan, sauber und gepflegt für 60€. Leider empfingen wir an schönen Flatscreen nur albanische Programme – egal wir schliefen eh sofort ein. Super Lage, nette Leute.
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Von Tirana nach Vlora

  1. Laura

    Hahahi, ich wollte euch noch sagen: ignoriert die aufdringlichen Menschen an Flughäfen und Busbahnhöfen! Ich fand das immer soooo nervig…. Gut, dass ihr wen sympathischen erwischt habt. Und noch besser, dass er euch sicher ans Ziel gebracht hat!
    Den Biergarten find ich übrigens sehr pornös!

  2. Annika

    Ich hoffe, ihr habt zum Schluss noch die Gelegenheit, Euch die Innenstadt von Tirana anzugucken. Da gibt es auch viel zu sehen. Die Skanderbeg Statue fand ich sehr cool. Die Albaner stellen den immer mit einem Megabart dar, der im Winde verweht. Außerdem sieht man dort den Kontrast vom Landleben zum Stadtleben sehr extrem. In Tirana begegnet man vielen „hippen“ Studenten und jungen Leuten. Die Lokale sind auch schon sehr westlich und touristisch angehaucht. Das gibt es auf dem Land und in den kleinen Städten nur selten.

    • Rike und Merlin

      Hallo Annika,
      danke auch nochmal für deine ganzen Tipps im Vorfeld. Dein reiseführer ist unser treuer Begleiter.
      Wir werden uns Tirana an den letzten zwei Tagen ganz genau anschauen und sind schon ganz gespannt.
      Alles hier nachzulesen 😉
      Liebe Grüße (auch an Michi)
      Rike und Merlin

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